Aktuelles

 

 

Adi Hösle ist neuer Vorsitzender des Vereins „Menschen begegnen Menschen – Asylkontaktgruppe Babenhausen“ e.V. (MbM). Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung standen
turnusmäßig Neuwahlen der Vorstandschaft auf der Tagesordnung. Der bisherige 1. Vorsitzende Tom OTTO sowie der evangelische Pfarrer Stefan Scheuerl als Beisitzer verzichteten
aus beruflichen Überlastungsgründen auf eine erneute Kandidatur. Die einstimmige Wahl der Mitglieder fiel daher auf Adi Hösle als neuen Vorsitzenden, bisher war er 2.
Vorsitzender sowie auf Ernst Weber als neuen 2. Vorsitzenden.  Für Pfarrer Scheuerl wurde Gerlinde Schwank als neue Beisitzerin gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder
wurden alle erneut und einstimmig gewählt.
Wie der alte MbM-Vorstand mitteilte sind in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Babenhausen aktuell 130 Geflüchtete untergebracht; 65 davon sind bereits als Flüchtling
anerkannt, sie haben einen positiven Asylbescheid und leben fortan als reguläre Bürger in der VG. bei 14  Flüchtlingen sind die Verfahren noch nicht abgeschlossen. Insgesamt
51 Geflüchteten erhielten bisher kein Asyl;  ihr Asylantrag wurde im ersten Verfahren abgelehnt, sie sind aufgrund besonderer persönlicher Umstände oder unzumutbaren
Bedingungen in den Heimatländern noch hier zu Gast, müssen jedoch jederzeit mit ihrer Abschiebung rechnen.
Gerade die letzte Gruppe bedeutet für die Helfer aus dem MbM-Kreis eine besondere Herausforderung. Die von der Abschiebung bedrohten Flüchtlinge stehen unter gewaltigem
psychischen Druck und sind verzweifelt über ihre fehlende Perspektive. Sie brauchen besonders viel praktische und menschliche Zuwendung aus dem Helferkreis.
Die veränderten Aufgaben durch Anerkennung oder Ablehnung der Asylgesuche vermindert die Arbeit der  Helfer nicht. Im Gegenteil im vergangenen Jahr wurde erneut etwa 10
Tausend Stunden an Arbeit geleistet. Das entspricht dem Arbeitsvolumen von etwa sechs Vollzeitstellen. Bürgermeister Otto Göppel bedankte sich im Namen der Gemeinde
Babenhausen für dieses große Arbeitspensum im Dienste der Menschlichkeit.

 


Der neue MbM-Vorstand im Bild:7
Von links Ernst, Weber, Gerlinde Schwank, Maria Molnar, Adi Hösle, Susanne Ehrmann und Caesar Kaiser.

 

Erste Hilfe Kurs aus professioneller Hand für unsere Neubürger

 

 

Hochzeitsvorbereitung für Senayt und Okubay. Alle helfen mit

 

... und dann ist es soweit

 

Ostern 2017

Unsere Kinder bekommen ein kleines Ostergeschenk. Ermöglicht hat dies die Familie

Emma Günther aus Niederrieden.

Vielen Dank

 

Aufführung des interkulturellen Tanzprojektes "AkzepTanz" im Theater am Espach, Dez. 2016

 

 

Gelebte Integration

 Mit einem Ausflug zum Schloss Neuschwanstein wollte der Verein "Menschen begegnen Menschen" e.V.  (MbM) am vergangenen Freitag den Geflüchteten aus  der VG Babenhausen die Möglichkeit geben, ein Stück bayerischer Geschichte zu erleben. Über vierzig TeilnehmerInnen  und UnterstützerInnen aus elf verschiedenen Nationen trotzten dem zunächst nicht einladenden Wetter und nahmen den Weg hoch zum Schloss in Angriff.
Dort gab es dann viele "Oh's" und "Ah's" ob des üppigen Prunks und unvergleichlichen Baustils des "Märchen-Schlosses". Vergleiche mit den aus dem Fernsehen bekannten Disney-World-Standorten wurden gezogen und Fragen gestellt. Zum Beispiel, woher das ganze Geld für dieses Schloss und den Reichtum damals kam,  oder warum die damalige bayerische Regierung ihren König als "verrückt" erklären ließ. War es nun Mord oder Suizid? Diese Fragen beschäftigten nicht nur eingeborene Bayern sondern auch die Geflüchteten.
Die MbM-Begleiter werteten den Ausflug als schönen Erfolg. Nicht nur bayerische Geschichte konnte interessieren, sondern auch untereinander trug das Kultur-Erlebnis zur besseren Integration bei. Ansonsten eher in ihrer jeweiligen Nationalitäten-Gruppe unterwegs schuf dieser Ausflug die Gelgenheit auch mit anderen Nationalitäten in Kontakt und Austausch zu kommen. Dabei waren auch Studierende der Munic Business School, einer Privat-Uni aus der bayerischen Hauptstadt, sehr behilflich. Sie hatten zum einen schon tags zuvor für alle Teilnehmer Brötchen belegt und Picknick-Taschen vorbereitet und trugen andererseits durch ihre sehr unterschiedliche Herkunft aus Europa und der USA und ihre offene Art zum regen Austausch bei.
Ermöglicht wurde dieser Ausflug für MbM durch die Unterstüzung des Landkreises im August, mit der die so genannten Helferkreise zusätzliche Mittel für ihre Projekte bekamen. "Gut angelegtes Geld" findet Adi  Hösle, 2. Vorsitzender des Vereins und verweist auf die neuen Forschungsansätze, wonach Kunst und Kultur Migranten und Einheimischen Deutschland und seine Wertewelt nahebringen kann. Anders als trockene Integrationskurse.
Das ausgelassene Frisbee-Spiel nach dem gemeinsamen Picknick am Forgensee und die herzlichen Verabschiedungen und Danksagungen am Ende waren jedenfalls ein Beleg dafür, dass dieser Tag sowohl die Geflüchteten als auch die Einheimischen berührt und verbunden hat.

 

Elelta tanzt beim Papa auf dem Kopf

 

Bild der Woche: Raua mäht den Rasen, wunderbare Integration

Jahrehauptversammlung am Montag, 25. Juli 2016 im Gasthaus Rössle um 19.00 Uhr

Lesung mit Zekarias Kebraeb "Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn"

  

 

Ines Johne berichtete beim round table im Mai 2016 von ihren Erfahrungen in Idomeni

 

Bei der Aktion "Sauberes Babenhausen" waren unsere Flüchtlinge tatkräftig mit dabei

 

Foto der Woche: Fahrradsicherheit vorschriftsmässig

 

Am Sonntag, 20. März wird Babenhausen sich wieder im besten Wortsinne in einen riesigen „Markt“ verwandeln. Die Gewerberegion  organisiert bereits zum fünfzehnten Mal den Rahmen für diesen attraktiven Treffpunkt in unserer Region. Über einhundert Fieranten und Stände haben sich wieder angemeldet und zeigen ein umfassendes Waren- und Dienstleistungsangebot. Aber auch Unterhaltung, Information und Austausch ist geboten. So wird sich zum Beispiel der Verein "Menschen begegnen Menschen" mit einem Stand präsentieren und gemeinsam mit Geflüchteten orientalische Speisen und Getränke anbieten.Spiele für Groß und Klein sollen die Begegnung untereinander ermöglichen und zum normalen Miteinander beitragen.

Die in der Vergangenheit meist etwa zehntausend Besucher aus nah und fern erwartet dabei auch ein große Auswahl an Speisen und Getränken an den Ständen und in den örtlichen Gastronomiebetrieben sowie ein buntes Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein. Dafür wird die B 300 zwischen Grünzbrücke und Krumbacher Strasse zwischen 6 und 18 Uhr für den Autoverkehr gesperrt.

 

Aktuelle Zahlen für die VG Babenhausen, 10.2.2017:

Babenhausen: aktuell 70

Egg a.d. Günz: aktuell 20

Kettershausen: aktuell 26

Kirchhaslach: aktuell 10

Oberschönegg: 0

Winterrieden: aktuell 29 Plätze

 

 

 

Unsere Adventsfeier hat allen Besuchern viel Spaß und Freude bereitet, insbesondere den Kinder.

Neben dem stellvertr. Landrat Helmut Koch, war auch Bürgermeister Göppel unter den Gästen

 

 

 

  

Preisverleihung am 02. Nov. 2015 im Umweltministerium in Berlin    
v. li. Bundesministerin Hendricks, Maria Molnar, Adi Hoesle (beide MbM)      

     

 

Der Rotary Club Krumbach übergibt einen Spendencheck von 1000.00 €
v.li. Erna Wardak Michael Hoesle (beide Rotary Club), Adi Hoesle (2. Vorstand MbM)

 

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

an dieser Stelle möchten wir Sie rund um das Thema Asyl informieren. Wir möchten die Situationen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge und die Gründe für die Flucht näher beleuchten. Wir möchten Ihnen von den Flüchtlingen erzählen, die bei uns in Egg und Engishausen untergebracht sind. Und wir möchten Ihnen die Arbeit näher bringen, die der Helferkreis Asyl gemeinsam mit dem Babenhauser Verein „Menschen begegnen Menschen“ leistet, um den Asylbewerbern die notwendige Unterstützung zu geben.

 

 

Nach den Syrern sind Eritreer die zweitgrößte Gruppe von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen. Von allen afrikanischen Ländern ist Eritrea das Land mit den meisten Flüchtlingen. Eritrea und seine politische Situation waren vor den Flüchtlingsströmen in Europa kaum bekannt. Heute möchten wir die schockierende Lage in Eritrea näher beleuchten.

Das ostafrikanische Land am Roten Meer war über 300 Jahre lang eine osmanische und ägyptische Kolonie. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es eine italienische und später eine britische Kolonie, bevor es 1961 Teil in das Äthiopische Kaiserreich eingegliedert wurde. Nach einem 30 Jahre dauernden, bitteren Unabhängigkeitskrieg löste sich Eritrea 1991 von Äthiopien. Der Grenzkonflikt zwischen den beiden Ländern konnte jedoch bis heute nicht komplett gelöst werden. Seit 1993 gibt in dem Land offiziell eine demokratische Verfassung. Tatsächlich herrscht die Regierung unter Präsident Isayas Afewerki in einer totalitären Struktur ohne Opposition. Das Parlament des Einparteienstaates tritt nur auf Anforderung des Präsidenten zusammen – zuletzt war das 2001 – und ist damit faktisch inaktiv. Das diktatorische Regime kontrolliert alles, vom Militär über den Geheimdienst und die Justiz bis zu den Medien. Es gibt nur einen Fernsehsender, einen Radiosender und zwei Zeitungen, die allein der staatlichen Propaganda dienen. Zugang zum Internet hat nur ein minimaler Teil der Bevölkerung. In der Rangliste der Pressefreiheit nimmt Eritrea seit Jahren wiederholt den letzten Platz ein. Das Land schottet sich stark ab, sodass nur wenige Informationen nach außen gelangen. Im Juni 2015 erschien ein 500-seitiger UN-Bericht der zur Lage in Eritrea, der belegt, dass willkürliche, grausame Verletzungen der Menschenrechte an der Tagesordnung sind. Da die Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen nicht nach Eritrea einreisen durften, beruht dieser Bericht auf den Schilderungen von Flüchtlingen. Viele verweigern jedoch aus Angst vor Gewalt gegen ihre zurück gebliebenen Familien und sogar vor Übergriffen im Ausland jegliche Auskunft. Was die Flüchtlinge erzählen, die den Mut dazu finden, ist schockierend: Menschen in Eritrea werden grundlos verhaftet, jahrelang ohne Anklage eingesperrt, gefoltert oder hingerichtet. Elektroschocks, Wasserfolter, sexuelle Misshandlung oder erzwungenes stundenlanges in die Sonne Schauen gehören zu den häufigsten Foltermethoden. Wer es wagt, sich gegen die Regierung zu äußern oder gar aufzulehnen, verschwindet einfach spurlos.

Durch Erpressung und Nötigung hat sich die Regierung ein Netzwerk an Spitzeln im In- und Ausland aufgebaut, die ihre Landesgenossen ausspähen und mögliche Regimekritiker ans Messer liefern. Darüber hinaus gibt es zahlreiche regimetreue Anhänger, wie z.B. Dolmetscher, die Schilderungen über Folter in Asylanträgen einfach nicht übersetzen.

Das Land hat rund 5 Millionen Einwohner. (Als Vergleich: allein in Berlin leben etwa 3,5 Millionen Menschen.) Die Bevölkerung besteht aus 9 ethnischen Gruppen: Tigrinya, Tigre, Afar, Kunama, Saho, Bilen, Hedareb, Nara und Rashaida sowie einigen kleinere Minderheiten. Sunnitische Muslime sowie Christen (orthodox, protestantisch oder katholisch) sind etwa zu jeweils 50% vertreten und leben weitestgehend friedlich miteinander. Von Regierungsseite wurden in den letzten Jahren vermehrt nicht autorisierte christliche Minderheiten gezielt verfolgt.

Es gibt zwar die Schulpflicht von 7 bis 13 Jahren, jedoch besuchen nur etwa die Hälfte der schulpflichtigen Kinder tatsächlich den Unterricht. Die Schulen sind extrem schlecht ausgestattet, die Klassen viel zu groß. Rund 30% der Eritreer sind Analphabeten.

Neben der willkürlichen Gewalt durch die Regierung an der eigenen Bevölkerung ist vor allem auch der Wehrdienst einer der größten Fluchtgründe. Der UN-Bericht bezeichnet den Wehrdienst als „Versklavung auf unbestimmte Zeit“. Jugendliche – egal ob männlich oder weiblich – werden aus dem letzten Schuljahr in den Wehrdienst eingezogen. Generell kann jeder Eritreer von der Schulbank bis ins hohe Alter jederzeit zum Militärdienst gezwungen werden. Als Begründung gilt die angebliche ständige Bedrohung durch Äthiopien. Der Umgang mit den Wehrpflichtigen ist rau, einige Eritreer berichten, dass die Verhältnisse dort kaum besser sind als in den Gefängnissen.

Im Ausland lebende Eritreer müssen sich verpflichten, 2% ihres Einkommens an ihr Heimatland zu überweisen. Andernfalls bekommen sie keine Geburtsurkunden, keine Zeugnisse, dürfen ihre Angehörigen nicht nachholen, kein Erbe antreten – oder es gibt Repressalien gegen die noch in Eritrea lebenden Verwandten.

Die Regierung versucht, die Flüchtlinge aufzuhalten. So haben die Grenzbeamten den Befehl, auf Flüchtlinge zu schießen. Trotzdem wagen Tausende die lebensgefährliche Flucht über Stacheldraht und Minenfelder, vorbei an bewaffneten Grenzposten, durch Wüsten und über das Mittelmeer. Im Schnitt dauert die Flucht von Eritrea nach Italien etwa 16 Monate. Das sind 16 Monate voller Angst und Ungewissheit. Die Menschen aus Eritrea fliehen nicht aus wirtschaftlichen Gründen oder dem Wunsch nach Wohlstand, sondern aus Angst um ihr Leben. In ihrem Land gelten Flüchtlinge als Verbrecher. Sollten sie je nach Eritrea zurückkehren, erwarten sie dort Haft, Folter und Tod.

 

wir beginnen mit dem Deutschunterricht ab 11.11.2015
die neuen Flüchtlinge brauchen Kleidung für den Winter
laut LRA ist ein weiteres Haus Hofbrühlstrasse 16 ab ca. März 2016 für die Aufnahme von Asylsuchende bezugsfertig

 

Derzeit hat der Landkreis Immobilien zur Unterbringung von 96 Personen in Babenhausen  angemietet,

was einem prozentualen Anteil von 1,65 % an der Babenhauser Bevölkerung entspricht.

VG Babenhausen:
In Winterrieden 37 Plätze / 4,15 %,

Egg 42 Plätze / 3,37 %,

Kirchhaslach 30 Plätze/2,38 %

Kettershausen 26 / 3%